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Amsel am Waldrand

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Amsel am Waldrand
PentaXgraphy Fotografiert vonPentaxgraf Pentax K-3 Mark IIHD PENTAX-D FA 150-450mm F4.5-5.6ED DC AW FL450mmAVƒ5.6TV1/500sISO400

Amselweibchen am Waldrand

Kurz erklärt

Die Amsel (Turdus merula), auch Schwarzdrossel genannt, ist der häufigste Brutvogel Deutschlands und in fast jedem Garten zu Hause. Das Männchen ist tiefschwarz mit gelb-orangem Schnabel und Augenring, das Weibchen dagegen schlicht dunkelbraun mit meist etwas hellerer, fein gestrichelter Kehle. Auf diesem Bild siehst du ein Weibchen, das am Waldrand auf dem Boden nach Nahrung sucht.

Diese Aufnahme ist an einem warmen Nachmittag im April entstanden, genau dort, wo der Wald in eine offene Wiese übergeht. Ich stand ein gutes Stück entfernt am Rand des schmalen Erdweges, als das Amselweibchen aus dem hohen Gras auf die freie Fläche trat. Solche Übergänge zwischen Deckung und offenem Boden sind für Amseln ideal, denn im lockeren Untergrund finden sie besonders leicht Regenwürmer.

Ich habe mich langsam abgeducht und einfach abgewartet. Das schräge Nachmittagslicht legte sich weich über das braune Gefieder und ließ den gelblichen Schnabel warm aufleuchten. Der Vogel wirkte aufmerksam, aber entspannt, hielt immer wieder kurz inne und lauschte in den Boden hinein, bevor er ein paar Schritte weiterlief. Genau diesen ruhigen, konzentrierten Moment wollte ich festhalten.

Männchen schwarz, Weibchen braun

Wenn du an eine Amsel denkst, hast du wahrscheinlich das schwarze Männchen mit dem leuchtend gelben Schnabel vor Augen. Die Weibchen sehen ganz anders aus: schlicht erdbraun, an der Kehle oft heller und leicht gefleckt, der Schnabel meist bräunlich bis gelblich. Diese unauffällige Färbung ist ein Vorteil, denn das Weibchen brütet gut getarnt im Napfnest und soll dabei nicht auffallen. Amseln sind übrigens Bodenjäger: Mit einem charakteristischen Kopf-schief-Legen orten sie Regenwürmer und Insektenlarven, im Herbst und Winter stellen sie auf Beeren und Fallobst um.

  • ArtAmsel, Turdus merula
  • Größe24 bis 27 cm, Spannweite rund 34 bis 38 cm
  • NahrungRegenwürmer, Insekten, Schnecken, im Winter Beeren und Fallobst
  • LebensraumUrsprünglich Wald, heute Gärten, Parks und Städte
  • GesangLautes, melodisch-flötendes Lied von erhöhten Warten
  • BrutZwei bis drei Bruten im Jahr, meist März bis Juli

Den vollständigen Steckbrief findest du im Arten-Katalog bei der Amsel.

Der Sänger auf dem Dachfirst

Kaum ein Vogel prägt unsere Morgen und Abende so wie die Amsel. Schon ab Februar hörst du das Männchen von exponierten Warten singen, vom Dachfirst, einer Antenne oder der Spitze eines Baumes. Sein Gesang ist laut, ruhig fließend und flötend, mit langen, abwechslungsreichen Strophen. Interessant ist, dass Amseln ursprünglich scheue Waldvögel waren und erst im Lauf der letzten rund 150 Jahre zu selbstbewussten Stadtbewohnern wurden. Heute brüten sie mitten in Innenstädten, oft sogar früher im Jahr und lauter als ihre Artgenossen im Wald, weil ihnen die Wärme und das künstliche Licht der Stadt entgegenkommen.

Auch wenn die Amsel alltäglich wirkt, lohnt sich der genaue Blick auf jedes einzelne Tier immer wieder. Noch mehr Vögel und Wildtiere vor der Linse findest du in meinen weiteren Fotoprojekten und Stories.