
Das Blässhuhn (Fulica atra) ist der schwarze Wasservogel mit der auffällig weißen Stirnplatte und dem weißen Schnabel, den du auf fast jedem Teich und See findest. Es ist kein Entenvogel, sondern ein Rallenvogel, taucht nach Wasserpflanzen und verteidigt sein Revier oft überraschend ruppig. Dieses Foto zeigt es in einem ruhigen Moment auf spiegelglattem Wasser.
Es gibt Motive, die musst du gar nicht lange suchen, und trotzdem übersieht man sie ständig. Das Blässhuhn gehört für mich genau dazu. Es paddelt scheinbar unbeeindruckt über jeden Parkweiher, und weil es so vertraut wirkt, schaut kaum jemand richtig hin. Genau das macht es fotografisch spannend, denn im richtigen Licht wird aus dem Allerweltsvogel plötzlich ein Grafik-Motiv aus tiefem Schwarz und leuchtendem Weiß.
An diesem Nachmittag im März lag das Wasser fast reglos da und spiegelte den bewölkten Himmel in weichen Blautönen. Das Blässhuhn glitt langsam durchs Bild, konzentriert und ganz bei sich. Kein hektisches Gründeln, kein Streit mit dem Nachbarn, nur diese eine stille Bahn über die glatte Oberfläche. Solche Momente fange ich als Pentaxgraf am liebsten ein, weil sie das Gegenteil von dem sind, was man dem Blässhuhn sonst nachsagt.
Woran du ein Blässhuhn erkennst
Die weiße Blesse auf der Stirn und der weiße Schnabel sind das sichere Erkennungsmerkmal, denn sie heben sich klar vom sonst komplett schwarzen Gefieder ab. Verwechseln kannst du es am ehesten mit dem Teichhuhn, das aber einen roten Schnabelansatz trägt. Ein Blick, den viele nicht kennen: Blässhühner haben keine Schwimmhäute wie Enten, sondern gelappte Zehen. Diese Schwimmlappen klappen beim Vorwärtspaddeln auf und machen sie zu erstaunlich guten Tauchern.
- ArtBlässhuhn, Fulica atra
- Größe36 bis 42 cm, Rallenvogel
- NahrungWasserpflanzen, Algen, kleine Wirbellose
- LebensraumTeiche, Seen, Parkgewässer, langsame Flüsse
- Merkmalweiße Stirnplatte
- Verhaltentauchend, territorial, häufig aggressiv
Den vollständigen Steckbrief findest du im Arten-Katalog beim Blässhuhn.
Ruppig unter der ruhigen Oberfläche
So gelassen wie auf diesem Bild ist das Blässhuhn längst nicht immer. In der Brutzeit verteidigt es sein Revier mit viel Nachdruck, jagt Artgenossen mit angelegtem Kopf über das Wasser und schreckt auch vor größeren Vögeln nicht zurück. Sein Nest baut es gut versteckt im Schilf, oft als schwimmende Plattform am Rand der offenen Wasserfläche. Wer geduldig am Ufer wartet, bekommt neben dem stillen Gleiten also auch jede Menge Drama zu sehen, und beides lohnt sich vor der Linse.
Für mich ist dieses Foto eine kleine Erinnerung daran, dass man für ein gutes Motiv nicht weit reisen muss, sondern nur genauer hinschauen. Noch mehr Vögel und Wildtiere vor der Linse findest du in meinen weiteren Fotoprojekten und Stories.