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Die Brutsaison der Schwäne am Lohmarer See

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Die Brutsaison der Schwäne am Lohmarer See

Eine Brutsaison am Lohmarer See, vom Nest bis zu den ersten Schwimmzügen

Kurz erklärt

Der Höckerschwan (Cygnus olor) ist einer der größten und schwersten Flugvögel Europas und an seinem orangeroten Schnabel mit dem schwarzen Höcker sofort zu erkennen. Er lebt monogam und bleibt seinem Partner oft ein Leben lang treu. In der Brutzeit verteidigt das Paar sein Revier entschlossen, während die grau getarnten Küken schon nach wenigen Tagen dem Wasser folgen.

Es gibt Naturschauspiele, die dich über Wochen fesseln. Im Frühjahr 2024 durfte ich am Lohmarer See ein Höckerschwanenpaar durch seine gesamte Brutsaison begleiten, vom ersten Nestbau bis zu den ersten Schwimmzügen der Küken. Diese Geschichte möchte ich hier mit dir teilen.

In diesem Beitrag nehme ich dich mit an das Ufer und zeige dir, wie aus einem großen Schilfnest, fünf Eiern und viel elterlicher Wachsamkeit am Ende zwei kleine Schwäne wurden. Es ist eine Geschichte von Fürsorge, Zusammenhalt und der ungeschminkten Härte des Lebens in der Wildnis.

Höckerschwan gleitet ruhig über den Lohmarer See

Ein Riese mit sanftem Auftreten

Der Höckerschwan wirkt auf dem Wasser ruhig und elegant, doch seine Maße sind gewaltig. Mit einer Flügelspannweite von über zwei Metern und einem Gewicht von bis zu zwölf Kilogramm gehört er zu den schwersten flugfähigen Vögeln überhaupt. Seinen Namen verdankt er dem schwarzen Höcker am Schnabelansatz, der beim Männchen deutlich größer ausfällt und in der Brutzeit noch anschwillt. Ernähren tut er sich fast rein pflanzlich: Er gründelt nach Wasserpflanzen, zupft Gräser am Ufer und nimmt dabei auch mal kleine Wassertiere mit.

  • ArtHöckerschwan, Cygnus olor
  • Größe140 bis 160 cm, Spannweite 200 bis 240 cm, bis 12 kg
  • NahrungWasserpflanzen, Gräser, gelegentlich kleine Wirbellose
  • Brutgroßes Schilfnest am Ufer, Brutdauer 35 bis 41 Tage
  • Gelegemeist 5 bis 8 Eier, alle zwei Tage eines
  • Verhaltenmonogam, in der Brutzeit stark territorial

Den vollständigen Steckbrief findest du im Arten-Katalog beim Höckerschwan.

Höckerschwan bei der Gefiederpflege im Wasser
Höckerschwan gründelt mit dem Kopf unter Wasser nach Wasserpflanzen
Einzelne weiße Schwanenfeder treibt auf der Wasseroberfläche

Nestbau, Gelege und die lange Brut

Meine Beobachtungen begannen am 7. April, als das Paar die ersten Halme für sein Nest zusammentrug. Höckerschwäne bauen gemeinsam, jedes Schilfblatt wird sorgsam ausgewählt und geschichtet, bis ein stabiler Hügel am Wasser steht. Zwischen dem 7. und 17. April muss die Eiablage begonnen haben, denn am 27. April zählte ich fünf Eier im Nest. Ein Weibchen legt etwa alle zwei Tage ein Ei und beginnt oft schon zu brüten, während das Gelege noch wächst, damit die Küken später fast gleichzeitig schlüpfen. Die eigentliche Brut dauert 35 bis 41 Tage. In dieser Zeit sitzt vor allem das Weibchen fest auf den Eiern, während das Männchen wachsam in der Nähe bleibt und das Revier verteidigt.

Großes Schwanennest aus Schilf und Gras am Ufer des Lohmarer Sees
Brütendes Höckerschwan-Weibchen im Schilfnest mit fünf Eiern
Höckerschwan-Weibchen sitzt fest brütend auf dem Nest

Die Küken und die Härte der Wildnis

Das Schlüpfen um den 15. Mai habe ich leider knapp verpasst. Als ich am 20. Mai zurückkehrte, schwammen bereits zwei flauschige Küken hinter den Eltern her und übten ihre ersten Schwimmzüge. Von den fünf Eiern hatten es nur zwei Küken geschafft, ein stiller, ehrlicher Teil dieser Geschichte. Junge Höckerschwäne sind Nestflüchter und folgen ihren Eltern schon nach kurzer Zeit ins Wasser. Ihr graubraunes Dunenkleid ist dabei kein Zufall, sondern Tarnung: Im Schilf und auf dem Wasser sind die Kleinen so für Füchse und Greifvögel deutlich schwerer zu entdecken. Die Eltern führen sie zu guten Futterplätzen und verteidigen sie kompromisslos gegen jede Gefahr.

Frisch geschlüpfte Schwanenküken zwischen den letzten Eiern im Nest
Schwanenküken verlassen zum ersten Mal das Nest Richtung Wasser
Zwei Schwanenküken schwimmen dicht hinter dem Muttertier
Höckerschwan-Weibchen zeigt seinen Küken am Ufer die Nahrungssuche

Häufige Fragen zum Höckerschwan

Wie groß und schwer wird ein Höckerschwan?

Ein ausgewachsener Höckerschwan misst 140 bis 160 Zentimeter und spannt seine Flügel über zwei Meter weit. Mit einem Gewicht von bis zu zwölf Kilogramm zählt er zu den schwersten Vögeln, die überhaupt noch fliegen können.

Warum sind Höckerschwäne in der Brutzeit so aggressiv?

In der Brutzeit verteidigt vor allem das Männchen sein Revier entschlossen. Mit aufgestellten Flügeln, gebogenem Hals und lautem Fauchen droht es allem, was zu nah kommt, auch Hunden oder Menschen. Halte in dieser Zeit einfach respektvollen Abstand, dann bleibt die Begegnung friedlich.

Warum sind die Küken grau und nicht weiß?

Das graubraune Dunenkleid der Küken ist eine Tarnung. Es lässt die Kleinen im Schilf und auf dem Wasser mit der Umgebung verschmelzen und schützt sie so vor Fressfeinden. Ihr weißes Gefieder bekommen die Jungvögel erst im Laufe des ersten Lebensjahres.

Bleiben Höckerschwäne ihr Leben lang zusammen?

Höckerschwäne leben monogam und halten oft über viele Jahre, nicht selten ein Leben lang, zu demselben Partner. Beide Eltern kümmern sich gemeinsam um Nest und Nachwuchs, was du in dieser Brutsaison sehr schön beobachten konntest.

Männlicher Höckerschwan wacht mit aufgestellten Flügeln über seine Familie
Höckerschwan startet mit kraftvollem Flügelschlag über die Wasseroberfläche

Am Ende schwamm eine kleine, wachsame Familie über den Lohmarer See, und jeder Tag mit ihr hat meinen Respekt vor diesen Vögeln vertieft. Noch mehr Vögel und Wildtiere vor der Linse findest du in meinen Fotoprojekten.