• Mein Office
  • Die Wildnis
    vor der Haustür

Der Jakobskrautbär: die auffälligste Raupe der Sommerwiese

Scrollen zum Erforschen
Der Jakobskrautbär: die auffälligste Raupe der Sommerwiese

Ein Farbakzent in der Wiese, der eine Warnung ist

Kurz erklärt

Die schwarz-gelb geringelte Raupe gehört zum Jakobskrautbär (Tyria jacobaeae), auch Blutbär genannt. Sie lebt fast ausschließlich am Jakobs-Greiskraut (Jacobaea, früher Senecio) und speichert dessen giftige Alkaloide, die sie für Fressfeinde ungenießbar machen. Die grellen Warnfarben sind also kein Zufall, sondern eine deutliche Warnung. Aus der Raupe wird später ein rot-schwarzer, tagaktiver Falter.

Ein kleiner Farbakzent in der Wiese, mitten im satten Gelb des Greiskrauts: die schwarz-gelb geringelte Raupe des Jakobskrautbärs. Für mich ist so eine Begegnung immer ein schönes Beispiel dafür, wie präzise und zugleich ästhetisch Natur funktioniert. Nichts an dieser Raupe ist zufällig, und trotzdem sieht sie einfach schön aus.

Raupe des Jakobskrautbärs frisst an einer gelben Greiskraut-Blüte

Warum die Raupe so grell gefärbt ist

Die auffälligen Ringe sind ein Signal. Beim Fressen nimmt die Raupe aus dem Jakobs-Greiskraut giftige Pflanzenstoffe auf und lagert sie im eigenen Körper ein. Dadurch wird sie selbst ungenießbar. Wer einmal von so einer Raupe gekostet hat, lässt die nächste in Ruhe. Genau dafür stehen die schwarz-gelben Warnfarben: ein sichtbares „Finger weg“ an alle Fressfeinde.

  • ArtJakobskrautbär / Blutbär, Tyria jacobaeae
  • Raupeschwarz-gelb geringelt, bis etwa 3 cm
  • WirtspflanzeJakobs-Greiskraut (Jacobaea, Senecio)
  • Schutzgiftige Alkaloide, Warnfarben
  • Falterrot-schwarz, tagaktiv
  • ZeitRaupen von Juni bis August

Den vollständigen Steckbrief findest du im Arten-Katalog beim Jakobskrautbär.

Eng an eine Pflanze gebunden

Der Jakobskrautbär hat sich auf eine einzige Pflanzengattung spezialisiert. Ohne Jakobs-Greiskraut keine Raupe. Oft sitzen gleich mehrere Tiere an derselben Pflanze und fressen sie bis auf die Stängel kahl. Diese enge Bindung macht die Art empfindlich: Verschwindet das Greiskraut aus einer Wiese, verschwindet auch der Falter. Ein gutes Beispiel dafür, wie fein die Fäden in einem Lebensraum geknüpft sind.

Raupe des Jakobskrautbärs an gelben Blütenknospen des Greiskrauts

Vom Farbakzent zum Falter

Aus der auffälligen Raupe wird ein ebenso auffälliger Schmetterling: der Jakobskrautbär fliegt als tagaktiver Falter mit tiefrot-schwarzen Flügeln. Auch er trägt seine Farben als Warnung. So zieht sich das Prinzip durch das ganze Leben dieses Tieres, von der Raupe bis zum fertigen Falter.

Häufige Fragen zum Jakobskrautbär

Ist die Raupe des Jakobskrautbärs giftig?

Für Fressfeinde ja. Sie speichert giftige Stoffe aus dem Greiskraut und ist dadurch ungenießbar. Anfassen solltest du sie trotzdem nicht, aber eine echte Gefahr für dich ist sie nicht.

Welche Pflanze frisst die Raupe?

Fast ausschließlich Jakobs-Greiskraut aus der Gattung Jacobaea beziehungsweise Senecio. Andere Pflanzen nimmt sie kaum an.

Warum ist die Raupe schwarz-gelb?

Die grellen Farben sind Warnfarben. Sie signalisieren Vögeln und anderen Fressfeinden: Diese Raupe schmeckt schlecht und ist giftig.

Was wird aus der Raupe?

Ein tagaktiver, rot-schwarzer Falter, der Jakobskrautbär selbst, auch Blutbär genannt.

Solche kleinen, präzisen Wunder findest du überall in der Wiese, wenn du genau hinschaust. Mehr davon zeige ich in meinen Fotoprojekten.