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Krötenwanderung: Die große Welt eines Winzlings

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Krötenwanderung: Die große Welt eines Winzlings

Achtsam bei der Krötenwanderung

Kurz erklärt

Die Krötenwanderung ist die jährliche Massenwanderung von Kröten. Im Frühjahr ziehen erwachsene Erdkröten (Bufo bufo) zu ihren Laichgewässern, im Frühsommer verlassen tausende winzige Jungkröten das Wasser und wandern an Land. Beide Wanderungen führen oft über Wege und Straßen, wo viele Tiere sterben. Ein achtsamer Blick auf den Boden rettet Leben.

Manchmal muss man sehr klein werden, um etwas Großes zu sehen. Auf dem Boden, kaum größer als ein Fingernagel, saß sie: eine winzige junge Erdkröte, frisch an Land gegangen. Für sie ist jeder Kieselstein ein Felsblock und jede Pfütze ein See. Eine ganze große Welt aus der Sicht eines Winzlings.

Ich habe mich flach auf den Boden gelegt, um auf ihre Augenhöhe zu kommen, und für einen Moment die Perspektive gewechselt. Aus dieser Höhe wirkt alles anders: größer, gefährlicher, aber auch voller Leben. Genau darum geht es mir bei der Krötenwanderung. Nicht nur hinsehen, sondern achtsam sein.

Winzige junge Erdkröte von vorne mit Blick in die Kamera

Was ist die Krötenwanderung?

Zweimal im Jahr wird es an vielen Gewässern lebendig. Im zeitigen Frühjahr, sobald es mild und feucht wird, ziehen erwachsene Erdkröten in Scharen zu genau dem Teich, in dem sie selbst geschlüpft sind, um dort abzulaichen. Wochen später verlassen dann tausende frisch verwandelte Jungkröten das Wasser gleichzeitig und breiten sich an Land aus. Diese kleine Kröte gehört zu dieser zweiten Welle.

Das Problem: Auf ihren Wanderwegen liegen heute oft Straßen und befestigte Wege. Ohne Rücksicht endet die Wanderung für viele Tiere tödlich. Krötenzäune, Amphibientunnel und ehrenamtliche Helfer, die Tiere sicher über die Straße tragen, machen jedes Jahr einen echten Unterschied.

  • ArtErdkröte, Bufo bufo
  • Größeausgewachsen bis 11 cm, Jungtiere nur rund 1 cm
  • WanderungFrühjahr zum Laichen, Frühsommer als Jungkröten
  • Aktivdämmerungs- und nachtaktiv, gern bei Regen
  • NahrungInsekten, Würmer, Schnecken
  • LebensraumWälder, Wiesen und Gärten nahe Gewässern

Den vollständigen Steckbrief mit allen Merkmalen findest du im Arten-Katalog bei der Erdkröte.

Aus der Sicht eines Winzlings

Eine Jungkröte ist gerade einmal so groß wie eine Erbse. Was für uns ein kurzer Schritt über den Weg ist, bedeutet für sie eine gefährliche Reise über offenes, ungeschütztes Gelände. Vögel, Trockenheit und eben unsere Wege lauern überall. Nur ein Bruchteil dieser Winzlinge wird erwachsen.

Genau deshalb finde ich diese Begegnungen so berührend. Sie zeigen, wie verletzlich das Kleine ist und wie viel Aufmerksamkeit es verdient, gerade weil man es so leicht übersieht.

Junge Erdkröte im Profil auf steinigem Untergrund am Wegrand

Achtsam unterwegs

Man muss kein Naturfotograf sein, um zu helfen. Wer in der Wanderzeit langsam fährt, an feuchten Abenden auf die Straße achtet und beim Spaziergang den Blick auch mal auf den Boden senkt, verhindert schon viel. Und wenn du eine Kröte trägst, dann mit feuchten, sauberen Händen und nur ein kurzes Stück in Wanderrichtung. Wo genau ich diese Tiere getroffen habe, verrate ich bewusst nicht, denn ihre Wege und Rückzugsorte sollen ungestört bleiben.

Häufige Fragen zur Krötenwanderung

Wann ist Krötenwanderung?

Die große Wanderung der erwachsenen Kröten beginnt im zeitigen Frühjahr, meist von Februar bis April, sobald es mild und feucht wird. Die winzigen Jungkröten verlassen das Wasser dann im Frühsommer.

Wie kann ich Kröten helfen?

Fahre in der Wanderzeit langsam, besonders nachts bei Regen. Achte beim Gehen auf den Boden. Unterstütze Krötenzäune oder ehrenamtliche Helfer. Musst du ein Tier tragen, dann nur mit feuchten Händen und in die Richtung, in die es wollte.

Wie groß sind junge Erdkröten?

Frisch an Land gegangene Jungkröten sind nur etwa einen Zentimeter groß, kaum größer als eine Erbse. Ausgewachsene Weibchen können dagegen bis zu elf Zentimeter erreichen.

Sind Erdkröten giftig?

Für Menschen sind Erdkröten harmlos. Ihre Haut gibt ein Sekret ab, das nur Fressfeinde abschreckt. Fasse die Tiere trotzdem nur, wenn nötig, mit feuchten Händen an und fasse dir danach nicht an die Augen.

Solche stillen Momente am Boden gehören für mich zu den schönsten überhaupt. Noch mehr Amphibien und Wildtiere vor der Linse findest du in meinen Fotoprojekten.